Liebe LeserInnen,

es handelt sich bei den »MC Rules« um einen Episodenroman.
Das bedeutet, dass jede Episode rund 10.000 Wörter aufweist und eine Episode auf die andere aufbaut.

Bitte beachtet, dass in diesem Roman deutlich geschilderte erotische Szenen, eine harte Sprache und Gewalt vorkommen.
Deswegen solltet ihr das 16. Lebensjahr bereits erreicht haben!

Vielen Dank,
Lo

 

☠️☠️☠️

Rule #13:
 Ficke niemals ein Member eines anderen MCs

Eins

Cashlin
 
Wolfmother jagten über den Platz und der Duft von frisch Gebratenem wehte durch die Luft. Vermischte sich mit Sex, Weed und Alkohol. Ich liebte Comeovers. Besonders wenn mein MC sie veranstaltete und wir als Begrüßungsgeschenk jede Menge Frischfleisch mitgebracht bekamen.
»Zur Hölle, jaa«, seufzte ich und drückte den Kopf des He-Bitch ein Stück weiter runter, damit seine Zunge auch die verflucht richtige Stelle fand. Ich trank den Rest meines Vodka-Mix aus und warf die Flasche in den Busch daneben. Der Junge unter mir bemühte sich redlich, mir einen Orgasmus zu besorgen und auch wenn ich schon feucht war, baute sich nur langsam Spannung auf. Wahrscheinlich brauchte ich mal wieder einen richtigen Fick. Und zwar von einem richtigen Kerl. Ein Jammer, dass die He-Bitches fast ausschließlich pubertierende Frischlinge waren.
Ich griff in den Schopf blonder Haare und presste sein Gesicht noch dichter an meine Pussy. Dann lehnte ich den Kopf gegen die Wand unseres Clubhauses, holte mir eine Selbstgedrehte aus meiner Lederjacke und steckte sie mir zwischen die Lippen.
»Fuuck«, stöhnte ich. Ich hatte mein Feuerzeug kurz zuvor Piper gegeben. Ich rollte die Zigarette hin und her, als die nahezu dunkle Umgebung erhellt wurde. Überrascht schaute ich auf die Seite, hinauf in das Gesicht eines Kerls, der meine ein Meter fünfundsechzig um gute fünfzehn, wenn nicht zwanzig Zentimeter überragte. Seine türkisblauen Augen strahlten mit dem Feuer um die Wette und gaben einen tiefen Kontrast zu den dunklen Wimpern, dem Vollbart und den Haaren ab. Ich neigte den Kopf, um die Zigarette zu entzünden, und nahm einen Zug. »Danke.«
»Klar«, raunte er und ich spürte, wie sich ein Kribbeln mein Rückgrat hinaufzog. »Nicht, dass du vor Langeweile umkommst, Kleine.«
Kleine?
Mit einem fetten Grinsen im Gesicht zog er ab. Ich stieß den He-Bitch von mir. »Hau ab.« In Sekundenschnelle war er aufgestanden und machte sich vom Acker.
»Hey, Arschloch«, rief ich dem anderen Kerl hinterher. »Zwei Dinge. Erstens: Nenn mich nie wieder Kleine. Ich bin ein verfluchtes Vollmember der Sirens und keine verfluchte Bitch.«
Er drehte sich um und kam auf mich zugeschlendert. Nur, dass nichts Gemütliches in seinem Schritt lag. Er bewegte sich eher wie ein Luchs. Gefährlich, unberechenbar. Jederzeit zum Sprung bereit.
»Und zweitens?«, fragte er, als er dicht vor mir stehen blieb und die Arme vor der Brust verschränkte. Er trug keine Kutte, also konnte er nur eine He-Bitch sein. Außerdem kannte ich jedes Member des Fire Skulls MCs und der Typ gehörte ganz sicher nicht dazu.
»Bück dich! Nicht, dass ich vor Langeweile umkomme.«
Ich blies den Rauch in sein Gesicht und deutete dann nach unten. »Jetzt, Arschloch!«
Etwas blitzte in seinen Augen auf, bevor er sich hinkniete und meinen Lederrock nach oben schob.
»Ich rate dir, deinen Job gut zu machen. Sonst war es die letzte MC Party für dich«, zischte ich und warf den Stummel zur Seite.
Seine schweren, kräftige Hände fuhren an meinen Oberschenkeln entlang, stoppten an meinem Arsch und begannen ihn zu kneten. Dann hievte er mein Bein über seine breite Schulter und leckte unvermittelt über meine Pussy. Seine Zunge fühlte sich verdammt gut an und ich schloss die Augen. Mit der Zungenspitze fuhr er Kreise, knabberte an meinem erhitzten Fleisch, saugte daran. Seine Hand glitt nach vorne und teilte meinen Spalt, gab den Weg frei für meine begierige Möse, die bereits pulsierend auf Erfüllung wartete. Stöhnend legte ich den Kopf in den Nacken und schob meine Hüften vor. Sein Bart kratzte rau an meiner weichen Haut, als er begann mein Pussy zu küssen.
Nein.
Nicht zu küssen.
Zu inhalieren.
Fuuck! Dieser Kerl wusste, wie er seine Zunge einsetzen musste. Alles an mir geriet innerhalb von Sekunden unter Feuer. Seine Finger tauchten in mich hinein, während er mit seiner Zunge meine Klit bearbeitete. Hart und schnell knallten seine Finger vor und zurück, passte er sich den Bewegungen seiner Zunge an, fickte mich verflucht hart mit seiner Hand.
Seinem Mund.
Die Wellen meiner Lust bäumten sich auf. Ich krallte mich in seinen Haaren fest, als mich der Orgasmus überrollte und ich laut aufschrie. Doch das Pulsieren meiner Pussy ebbte einfach nicht ab, denn der Kerl hörte nicht auf, mich weiter zu ficken. Seine zwei Finger kreisten in mir, seine Zunge reizte meinen Spot weiter aus.
»Verfluchte, verfickte Hölle«, krächzte ich und schlug die Augen auf, als eine weitere gigantische Welle über mich hereinbrach.
Mich fortriss.
Und ich einknickte.
In einer geschmeidigen Bewegung, die beinahe unheimlich wirkte, packte der He-Bitch mich und hielt mich fest im Arm, während er seine Finger langsam aus mir herauszog und genüsslich ableckte. Dann schob er mir den Rock runter und lehnte mich gegen die Wand.
»Jetzt schuldest du mir einen Gefallen. Zwei sogar, wenn ich mich nicht täusche«, sagte er rau und ging davon, ohne mich noch eines Blickes zu würdigen. Wäre ich nicht so außer Atem gewesen, hätte er für diesen Spruch eine Abreibung kassiert. So aber legte ich die Hände an meine immer noch schwach pulsierende Pussy, schloss die Augen und genoss den Nachhall des geilen Gefühls des besten Mundficks, den mir je ein Kerl beschert hatte.

Rock
 
Ich fing meine Kutte mit einer Hand auf, zog sie an und ließ mich auf den Holzstamm vor der Feuerstelle fallen. Irgendeine Bitch hatte ihren abgefuckten Zucker-Mix-Alkohol über mich geschüttet, weswegen ich mir aus der Satteltasche meiner Harley ein frisches Shirt geholt hatte. Und ihr dabei begegnet war. Das erste Mal persönlich.
»Fucker«, ertönte es neben mir und ich nahm die Whiskyflasche an mich, die mir der Pres meines MCs entgegenstreckte. Wir stießen an und mit Bedauern spülte ich den geilen Geschmack meines Mundficks hinunter. Verflucht. Mein Ständer drückte sich hart gegen meine Jeans. Ich brauchte unbedingt eine Bitch.
»Hast du dich schon bedient?«, fragte Vail wie aufs Stichwort und machte eine Geste über das Gelände. Ein Schönheitssalon ragte wie ein harter Nippel hervor. Glasfronten, die mit pinkfarbenem Schriftzug versehen waren. Links davon war das Clubhaus der Bloody Sirens angebaut, mit einer Garage, in der eine Harley nach der anderen aufgezäumt stand.
Ich schüttelte den Kopf. »Ein verfickter Schönheitssalon, Pres?«
Er lachte. »Jede Hure und jede Pornodarstellerin lässt sich hier aufpimpen. Such dir eine aus. So eine gepflegte Fotze bekommst du selten zum Ficken.«
»Da hat er recht«, sagte Taz und knallte sich neben mich. »Siehst du die da hinten, die mit dem neongestreiften Latexkleid? Die lässt sich die Haare ihrer Muschi in Neongelb färben. Ich schwör‘s dir, Roe, ihre Muschi blinkt wie eine verdammte Verkehrsampel, egal wie dunkel es ist.«
Mein Blick schweifte über die Meute. Jede Menge Kuttenträger standen herum, tranken, aßen, fickten. Dazwischen tingelten Bitches und He-Bitches umher und gaben dem Comeover neben den Drogen und dem Alk den richtigen Schliff. Fassungslos griff ich mir in den Bart. Ich hatte zwar schon von dem einzigen weiblichen MC in den Staaten gehört – wer nicht – aber ihn dann tatsächlich mit den eigenen Augen zu sehen, war noch mal eine ganz andere Nummer.
Ich zog einen tiefen Schluck, als eine Rothaarige mit einer mächtigen Mähne, gekleidet in einem ledernen Jumpsuit und verflucht hohen Lederstiefeln, auf uns zusteuerte. Sie sah aus wie die weibliche Hölle auf Erden.
»Das ist Red. Pres der Sirens«, sagte Vail. »Red, das ist mein Neffe Rock, von dem ich dir erzählt habe.«
Ich erhob mich und reichte ihr die Hand, die sie kurz und fest schüttelte. »Du siehst aus wie Shadow. Wie lange bleibst du im Chapter deines Onkels?«
Ihre Stimme war rauchig, wie alter Bourbon, und etwas hatte in ihrem Gesicht aufgeblitzt, als sie meinen Alten erwähnte.
»Ich leg mich nicht fest. Allerdings, ... wenn ich mich hier so umsehe, könnte mein Besuch an der Westküste etwas ausarten.«
Sie lachte ein kratziges, trockenes Lachen. »You’re welcome«, sagte sie und nickte Vail zu. »Hast du eine Sekunde?«
Die beiden trabten davon und Taz stöhnte. »Oooh, mein Schwanz ist verrückt nach ihr. Hast du diese Lippen gesehen? Und erst ihr Arsch.« Taz griff sich an seine Eier, sprang unvermittelt auf und schnappte sich die erste Bitch, die ihm über den Weg lief.
Grinsend sah ich ihm hinterher. Dieser Bastard stand auf ältere Weiber. Red war fünfundvierzig, also ganze fünfzehn Jahre älter als er. Meinen Geschmack traf das nicht. Ich mochte es gerne jung. Desto frischer, desto besser. Alles um die Zwanzig fiel in mein Beuteschema. Denn da waren die Weiber noch unverdorben.
Lernbegierig.
Eng.
Und genauso ein Miststück würde ich mir jetzt krallen. Ich musste endlich den verfickten Druck in meiner Hose loswerden.
Ich schnappte mir eine wasserstoffblondgefärbte Bitch und drängte sie an einen Picknicktisch etwas abseits des Getümmels. Ohne mich lange aufzuhalten, riss ich ihr die Shorts runter.
»Halt dich am Tisch fest«, befahl ich ihr, öffnete meine Hose und schob meinen prallen Schwanz tief in sie hinein. Stöhnend griff ich ihr mit der einen Hand in ihre langen Haare und schlug ihr mit der anderen auf das nackte, milchige Fleisch. Der Geschmack meines Mundficks flutete zurück auf meine Zunge und ich schloss die Augen, während ich fest in die Bitch vor mir rammelte. Sie war eng, wenn auch nicht ganz so feucht, aber das reichte für den Moment vollkommen aus.
In meinen Gedanken hing ich sowieso an den grünen Katzenaugen fest, die von dunklen Wimpern umrahmt waren. Schwarz geschminkt.
Hing an dem kirschroten Mund, der so riesig war, in diesem kleinen Gesicht.
Hing an den dünnen, geschwungenen Lippen, die meinen harten Schwanz perfekt aufnehmen konnten ...
Ich grollte, kurz davor abzuspritzen, als ich grob zur Seite gestoßen wurde und ich genau auf diese Lippen starrte, an die ich gerade gedacht hatte.
»Verpiss dich, Bitch«, zischte Cashlin meinem Fick zu, funkelte mich dabei aber wütend an. Meine Mundwinkel zuckten nach oben. Hatte sie es also herausgefunden. Sie kam näher und packte meine Kutte. »Du bist ein verfluchtes Member!« Zorn tanzte in dem Grün ihrer Augen und ihre straßenköterblonden Haare wehten ihr ins Gesicht.
Sie war verflucht schön.
»Was hast du dir dabei gedacht?«
Hm. Das war eine gute Frage. Tatsächlich hatte ich nicht viel gedacht. Ich hatte sie angesehen und sofort gewusst, dass sie die Tochter der Pres war. Und ich wusste genauso, dass ich hätte mich zu erkennen geben müssen. Oder zumindest die Beine in die Hand nehmen, anstatt mich vor sie hinzuknien und ihr einen verfluchten Mundfick zu geben. Aber ich hatte es nicht gekonnt. In dem Moment, als ich sie an der Wand stehen sah, war es, als hätte mir einer mit der Keule eins übergezogen.
Sie war so klein und winzig, aber ihre verruchte Pose glimmerte wie ein gigantisches Strahlen um sie herum. Ihr Fick-mich Mund hatte mich angebettelt, es ihr zu besorgen. Ihr zu zeigen, was es bedeutete, richtig gefickt zu werden. Dabei durfte sie mindestens schon fünfundzwanzig und sicher kein unbeschriebenes Blatt mehr sein.
Ich stöhnte unterdrückt. Mein Schwanz drohte gleich zu platzen und so langsam wurde es schmerzhaft.
Ich packte ihre Hände, die meine Kutte fest umklammert hielten, und stieß sie grob von mir. Mein Lächeln verschwand. »Renn doch zum Pres und heul dich bei ihm aus. Es war dunkel, ich hab nicht gesehen, welcher Bitch ich es besorgt habe. Bin neu hier.«
»Ich bin weder eine Bitch, noch eine Kleine, Arschloch«, erwiderte sie durch zusammengebissene Zähne und packte mich an meinem Schwanz. »Geh mir zukünftig besser aus dem Weg, sonst ist diese Lachnummer hier mein nächstes Ausstellungsstück.« Sie drückte einmal fest zu und hetzte davon.
Und ich ...
Ich kam so hart, wie schon lange nicht mehr.Zwei

Cashlin
 
Geballte Wut donnerte durch meinen erhitzten Körper. Dieses verfickte Arschloch hatte mich reingelegt. Jedes Member, jeder Prospect, verflucht, jede Bitch und He-Bitch wusste, dass die Regeln eines Clubs heilig waren. Verstieß man gegen eine, konnte man sich gleich sein eigenes Grab schaufeln. Und nur, weil wir ein reiner Frauenclub waren und die Pres meine Mutter, bedeutete das nicht, dass ich vor harten Sanktionen verschont blieb.
Ich musste dringend meine Wut loswerden, deswegen stürzte ich mich auf Taz. Er stand auf meine Ma. Das war jedem bekannt. Ebenso, dass er es nicht fertig brachte, eine Frau zu verprügeln.
»Ach, komm schon, Cash. Bitte nicht heute«, maulte er, aber da hatte ich ihm schon die Faust ins Gesicht gerammt.
»Mach schon. Kitzel den Killer in dir heraus.«
Die Umstehenden lachten und bildeten einen lockeren Kreis um uns. Sie waren unsere Fights gewohnt und schauten mittlerweile eher zu, weil der verbale Schlagabtausch mehr Treffer erzielte, als der körperliche.
»Ich hab gerade abgespritzt. Ich brauch ‘ne Pause«, jammerte er, rieb sich sein Kinn und setzte auf mich zu. Ich sprang zur Seite und knallte ihm mit der Faust auf den nackten Oberarm. Er trug immer nur Achselshirts unter seiner Kutte, damit jeder seine Muskeln bewundern konnte. Er war ein Bär, doppelte Breite und überragte mich um zwei Köpfe.
»Wenn du mit so viel Elan kämpfen würdest, wie du vögelst, würde ich schon längst auf dem Boden liegen«, antwortete ich, um ihn herum tänzelnd. Disturbed knallten über die Lautsprecher raus in die flirrende Hitze dieses Sommerabends und ich ging völlig in meinem Element auf.
Meine Musik.
Mein Club.
Meine Lieblingsbeschäftigung.
Mit einem gezielten Kick trat ich Taz gegen seinen stählernen Bauch, er hielt meinen Fuß fest und sah mich entschuldigend an.
»Alles an dir ist so winzig, verfickt. Wenn ich nur den kleinen Finger gegen dich erhebe, brichst du auseinander. Ich hab keinen Bock, Ärger mit deiner Pres zu bekommen«, maulte er weiter und lockerte den Griff um mein Fußgelenk. Ich nahm Schwung und kickte Taz in die Seite. Er wankte. Na ja. Fast. Ein klein wenig.
»Vail«, brüllte ich über den Platz. »Selbst unsere Prospects haben mehr Eier in der Hose als dein Sergeant at Arms. Was ist dir denn da für ein verfluchter Fehler unterlaufen?«
Von irgendwoher lachte es dröhnend. »Das frag ich mich auch täglich.«
Taz verengte die Augen und fuhr sich über seine Glatze. »Nicht nett, mich beim Pres anzuschwärzen.«
Ich stoppte und neigte den Kopf zur Seite. »Ooh. Das tut mir aber leid.« Ich streckte die Arme aus. »Komm, du darfst einen Schlag setzen, für mein loses Mundwerk.«
»Maaann, Cashlin. Du gehst mir echt auf die Eier.«
»Zur Hölle, ja! Zeig’s mir.«
Er sprang nach vorne und schlug aus. Dabei erwischte er meine Schulter, bevor ich ganz aus der Ziellinie hechten konnte. Ich klammerte mich an seinen Arm und kletterte auf seinen Rücken. Dabei legte ich die Hände um seinen Hals, als würde ich ihn erwürgen wollen.
Stöhnend packte er meine Beine. »Verdammt, Cash! Du weißt genau, dass mich das antörnt. Wenn du nicht willst, dass ich dich hier auf den Boden lege und vor allen vögle, solltest du jetzt echt deinen süßen kleinen Körper in Sicherheit bringen.«
Er ließ meine Beine los und ich stieß mich mit den Händen an seinen breiten Schultern ab, um runterzuhüpfen.
»Du hast gewonnen«, sagte ich beim Weglaufen. »Ich hatte heute schon einen deprimierenden Fick. Einen Zweiten ertrag ich nicht.«
Taz schüttelte seufzend den Kopf und ich klatschte mit einigen Umstehenden ab, ehe sich der Kreis auflöste. Ich angelte mir einen Vodka-Mix aus dem Kühler, kippte ihn runter und strich mir über die Schulter, die nach seinem Schlag heftig brannte. Dieser Kerl verfügte über verdammt viel Kraft. Seine Behauptung stimmte. Nur ein kleiner Finger und er hätte mich plattgemacht. Dabei war es egal, wie gut trainiert ich war. Gegen diese Berge von Muskelmasse kam auch ich nicht an. Leider.
Ich schwang mich auf eine Tonne und fischte mir ein bisschen Weed aus der Jackentasche, um mir eine Tüte zu rollen. Mein Blick schweifte übers Gelände und blieb an strahlend türkisfarbenen Augen hängen. »Arschloch«, murmelte ich und leckte den Klebestreifen ab. Wie auf Kommando zuckten seine Mundwinkel nach oben. Als hätte er verfickt noch mal gehört, was ich eben geflüstert hatte. Er fuhr sich mit dem Zeigefinger über die Lippen und ich biss mir auf die Wangeninnenseite, bevor ich noch etwas Leichtfertiges tat.
Wie ihn zu einem Fight herauszufordern.
Oder Ma über seinen Verrat aufzuklären.
»Piper, werf mir mal mein Feuerzeug rüber«, rief ich.
»Hier!«
Ich fing das Feuerzeug mit einer Hand, zündete den Stängel an und nahm einen tiefen Zug. Aah. Ich liebte dieses Zeug. Kein Grund, irgendetwas anderes auszuprobieren. Auch wenn die meisten Mädels auf Schnee standen ... Ich blieb meinem Weed treu. Piper stellte sich neben mich und folgte meinem Blick.
»Was für eine Bombe.« Seufzend schnappte sie sich meine Tüte, um kräftig dran zu ziehen, bevor sie sie mir zurückgab. »So eine Verschwendung an die Bitches.«
»Für dich ist alles eine Verschwendung, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.«
»Ja, und?« Sie zuckte mit den Schultern. »Wer seine Schatztruhe nicht huldigt, braucht sich nicht zu beklagen, wenn sie nichts geschenkt kriegt.«
Lachend stieß ich Piper ein Stück zur Seite. Sie war meine beste Freundin, Halbschwester und die Tochter der Vize-Pres. Unsere Mütter hatten vor fünfundzwanzig Jahren den gleichen Kerl gefickt, irgendeinen Zivilisten, der gleich zwei Mal sein fruchtbares Sperma verschossen hatte. Piper und ich spekulierten, seit wir selbstständig denken konnten, dass unsere Mas das so geplant hatten.
Eine Regel des Clubs lautete nämlich, niemals ohne Kondom zu ficken, und sich nur von einem Kerl schwängern zu lassen, der dein Ol’ Man war.
Unter der Hand wurde gemunkelt, dass Willa – meine Ma – und Sloan – Pipers Ma – in unseren Vater verliebt gewesen waren und sie beschlossen hatten, als Erinnerung uns zu bekommen, da sie ihn unter den gegebenen Umständen beide nicht haben konnten.
Einen Fight beginnen? Wegen eines Kerls? Never!
Gegen die MC Regeln verstoßen? Wegen eines Kerls? Nope!
Den Club verlassen? Wegen eines Kerls? Jap! Das gab es tatsächlich immer wieder mal.
Aber ganz sicher nicht von einer angehenden Pres oder ihrer Vize.
Was auch immer damals passiert war, mir war es verdammt egal. Ich liebte meine Schwester und war froh, dass es sie gab. Auch wenn mir ihre Männergeschichten zum Hals raushingen. So viele Arschlöcher, die sie bisher schon gevögelt hatte, würde ich in den nächsten fünf Jahren nicht aufholen können.
Hatte ich auch nicht vor.
By the way.
»Was weißt du über ihn?«, fragte ich und beobachtete, wie er sich mit Taz unterhielt.
»Heißt Rock, möchte aber lieber Roe genannt werden. Kommt von der Ostküste. Sein Alter ist der Bruder von Vail. Sollte eigentlich Vize in seinem Chapter werden, aber irgendetwas ist vorgefallen. Deswegen ist er hier.«
»Ist er ein Nomad?«
»Nee. Offiziell heißt es, Vail würde ihn hier brauchen. Rock hat noch zwei Brüder und da Vail keine Söhne hat ... hab meine Infos von Big.«
Ich rollte die Augen. »Nicht schon wieder.«
»Was?« Meine Sis zuckte erneut die Schultern. »Er ist nun mal der beste Fick weit und breit. Kann ja auch nichts dafür, dass er seinen Mund nicht nur für den Blow benutzt.«
Big war die größte Tratschtante von hier bis Chacanouka und man musste wirklich sehr vorsichtig sein, was man in seiner Gegenwart raushaute. Wegen seiner falsch geflüsterten Worte hatte es bereits den ein oder anderen blutigen Fight gegeben.
»Wie alt ist er?«
»Achtunddreißig.«
Ich grinste. Manchmal beschlich mich das Gefühl, dass Piper und Big verdammt gut zusammenpassen würden. Die beiden wären das perfekte Informationsbeschaffungswerk. Wäre er nur keine He-Bitch ...
»Und er hat noch keine Ol’ Lady?«
»Sag ich ja. Was für eine Verschwendung.«
»Hm«, brummte ich und sprang von der Tonne, um ein wenig tanzen zu gehen. Konnte nur hoffen, dass dieser Wichser sich bald wieder zurück an die Ostküste verzog und sich dort weiter an irgendwelche Bitches verschwendete.
Denn in meinem Revier hatte er nichts zu suchen.

Rock
 
Aus dem Augenwinkel beobachtete ich, wie sie sich in die tanzende Menge schmiss und ihren kleinen, kurvigen Körper zum Takt der Musik bewegte. Unvermittelt floss mein ganzes Blut in meine Lendengegend und mein erneut harter Schwanz pochte wild gegen den Stoff meiner Jeans.
Ich hatte heute schon einen deprimierenden Fick, hallten ihre Worte in mir nach und lösten eine weitere Welle der Verärgerung in mir aus. Diese Spitze galt mir und das machte mich mehr als nur ein wenig wütend. So wie sie geschrien und gestöhnt hatte, war mein Fick alles andere als deprimierend gewesen.
Und das wusste sie.
Oder?
Ich griff mir in den Bart. Verfluchte Scheiße. Ich zweifelte nicht tatsächlich an meinen Fertigkeiten?
»Was war das eben für eine Aktion?«, fragte ich Taz und nickte mit dem Kopf auf den Platz, wo er sich mit Cashlin einen Fight geliefert hatte. Na ja ... Amüsanter Schlagabtausch traf es besser.
»Ein kleiner Spaß unter Freunden. Bevor sich die Kleine mit jemand anderem anlegt, um ihren aufgestauten Frust loszuwerden, steh ich ihr mittlerweile zur Verfügung.«
»Mittlerweile? Und vor dir?«
»Vor mir hat sie sich mehr als einmal in böse Schwierigkeiten gebracht. Ist besser geworden. Nicht alle Narben, die sie trägt, sind ihre eigene Schuld, aber ich denke, die meisten. Sie hat verflucht große Fußstapfen, in die sie eines Tages treten muss. Nicht nur wegen Ol‘ Jimmy. Sondern besonders wegen Red.«
Ol‘ Jimmy.
Der eigentliche Gründer des Clubs. Der Mann, der gefürchtet worden war, wie kein Zweiter, überließ seinen MC seinem einzigen Kind, seiner Tochter, und hatte es durchgesetzt, dass ihr Club von all den anderen MCs akzeptiert wurde. Ein weiblich geführter MC war monatelang – ach was – jahrelang heiß diskutiert worden. Ich erinnerte mich gut daran, obwohl ich damals mitten in der Pubertät gesteckt und nichts als Ficken im Sinn gehabt hatte.
Und nicht nur damals, auch heute noch, gute zwanzig Jahre nach der Übernahme der Bloody Bastards – jetzt Bloody Sirens – durch Red, gab es viele Clubs, die die Sirens wohl duldeten, jedoch nicht respektierten.
Frauen waren Bitches.
Oder Ol‘ Ladys.
Aber niemals Members.
»Die Scheiße, die Red nach der Übernahme mitmachen musste und überstanden hatte, hat so manchen Pres das Fürchten gelehrt. Sie ist hart wie Stahl«, fuhr er fort und schaute sie verträumt an.
Grinsend zog ich mir den Tabak aus der Tasche. »Regel Nummer 13, Sergeant?«
»Ja, Fuck. Verdammte Scheiße. Vail wusste genau, warum er mir den Posten aufgedrückt hatte. Ich versteh die Regel ja auch. Der Respekt den Ladys gegenüber ist wichtig. Auch, dass es zu keiner Scheiße zwischen den befreundeten Clubs kommt.« Er zog eine Grimasse. »Aber ich wär ja immer noch dafür eine Zusatzregel einzubauen. Regel Nummer 13a: Für den oder die Pres eines Clubs besteht die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Hört sich doch gut an, oder?«
Lachend steckte ich mir die Kippe in den Mund. »Und du glaubst, Red würde dich wählen?«
Taz strich sich über seine mächtige Brust. »Fucker! Dass du das überhaupt fragst! Ich bin ein verdammter Jackpot.«
»Verfluchte Zwickmühle, Alter. Die Frau, die du am meisten begehrst, gegen den Club, den du über alles liebst. Harte Entscheidung«, brummte ich mit einer Spur Sarkasmus. So ein Scheiß würde mir nie passieren.
»Nicht wirklich. Nach der Sache mit Cashs Pa hat Red beschlossen, allein zu bleiben. Es wird keinen Ol‘ Man geben. Also bleibt meine Kutte genau da, wo sie ist.«
Kein Ol’ Man für die Pres? Nicht, dass ich bereits schon so weit wäre, mein Leben für eine Pussy aufzugeben, aber irgendwann in zehn, fünfzehn Jahren, wäre das eine Option, die mir durchaus gefallen könnte.
»Ich geh mal pissen«, sagte ich und trabte ins Clubhaus. Zwei Billardtische standen linksseitig neben einer Bar. In der Mitte des Raums befanden sich ein paar Sessel und Sofas, gegenüber einem riesigen Plasmabildschirm. Rechtsseitig thronte eine lange Tafel mit Stühlen, direkt neben dem Zugang zur Küche. Die vorherrschenden Farben waren Rot und Weiß. Weiblich, aber nicht kitschig und tatsächlich kein großer Unterschied zum Versammlungsraum meines Clubs. Die Tür zur Church war geschlossen, wie ich mit Bedauern feststellte. Dort hätte ich gern mal einen Blick reingeworfen.
Ich lief den Gang runter zu den Waschräumen und blieb an der Hall of Fame hängen. Bilder von ehemaligen Membern, nahezu ausschließlich Männer, was mir merkwürdig erschien. Immerhin hatte der damalige Vize nach dem Tod von Ol’ Jimmy mit der gesamten Belegschaft ein eigenes Chapter gegründet. Gehörten die Bilder dann nicht an deren Wände?
»Wenn du Arschloch auf den Boden aschst, machst du es sauber«, ertönte es plötzlich neben mir. Ich nahm die Kippe aus dem Mund und drehte mich um.
Cashlin hatte die Hände in die Hüften gestemmt und schaute mich mit zusammengekniffenen Augen an. Ihr gesamter Körper vibrierte.
»Ihr habt Bitches, die euch den Scheiß wegputzen. Komm runter, Kleine.«
Mit einem Satz war sie nach vorne gesprungen und versetzte mir einen Stoß. Wäre ich vorbereitet gewesen, wäre ich nicht nach hinten getaumelt. So aber brauchte ich einen Moment, bevor ich wieder einen sicheren Stand bekam.
No matter what! Aber die Kleine verfügte über verflucht viel Kraft!
»Du kommst hier in meinen Club. Als Gast. Als Fremder. Und benimmst dich wie der letzte Wichser. Hat man euch Idioten an der Ostküste nicht beigebracht, wie man sich bei einem Comeover zu verhalten hat? Zählen bei euch die Regeln nichts?«
Ich zog eine Augenbraue hoch. Ich gab ihr recht. Ich verhielt mich wie der letzte Arsch. Und die Macht der Regeln war mir sehr wohl bewusst und tief in mir verankert. Aber irgendetwas in mir sträubte sich dagegen, Cash so zu begegnen, wie sie es verdiente. Vielleicht lag es daran, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, wie das überhaupt ging. Ständig nur von Bitches und Ol‘ Ladys umgeben zu sein, ließ einen ziemlich einrosten, was die Umgangsformen mit dem weiblichen Geschlecht betraf.
Dabei war sie ein Member.
Ein Member mit Titten.
Und einer Pussy.
Einer wahnsinnig, weichen, feuchten Pussy ...
Ich unterdrückte schon wieder ein Stöhnen und wurde schmerzhaft an meinen Schwanz erinnert, der härter als zuvor um Erlösung bettelte. Ich packte Cashlin an den Oberarmen, drückte sie gegen die Wand und schob ein Bein zwischen ihre Mitte.
»Vielleicht scheiß ich auf die Regeln. Vielleicht ist das der Grund, warum ich hier mit dir stehe, anstatt zuhause der verfickte VP meines Alten zu sein.« Ich beugte mich zu ihr hinab. Nase an Nase. Spürte den warmen, alkoholgeschwängerten Atem in meinem Gesicht. »Vielleicht will ich dir das Leben auch einfach nur zur Hölle machen.« Ich fuhr mit meinen Lippen über ihren Mund und drängte hart mit meiner Zunge in ihre warme Höhle.
Küsste sie.
Roh und heftig.
Bis sie mir so stark in meine Lippe biss, dass ich mich fluchend von ihr löste. Der metallische Geschmack von Blut schwemmte ihren Geschmack weg und hinterließ einen bittersüßen Nachhall an Verlangen.
Ich leckte mir über den Mund und beobachtete, wie sich ihre Brust unter ihren schnellen Atemzügen hob und senkte. Ihre vor Wut tanzenden Augen. Das Zittern ihres Körpers, das sie zu verstecken versuchte.
Grinsend nahm ich einen letzten Zug meiner Zigarette, warf sie auf den Boden, trat auf den Stummel und ging pissen.

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